Zwei Frankfurter Juden unterhalten sich: "Was meinst du, Grün", fragt der eine. "Wieviel Juden wird's auf der Welt geben?" "Na ja, an die 15 Millionen." "Mh", sagt Blau, "und wieviel Chinesen?" "Oh, 850 Millionen." "Komisch, komisch", sagt Blau, "man sieht eigentlich sehr wenig Chinesen."
Ein amerikanischer Senator besichtigt eine Synagoge in Tel Aviv, für die die Amerikaner gestiftet haben. Fertig sei sie, haben die Israelis aus Tel Aviv geschrieben. Und nun - er steht vor der Synagoge: Die Außenmauern stehen, die Fenster sind drin - aber die Synagoge hat kein Dach. "Aber!" empört sich der Senator. "Die Synagoge ist ja noch nicht fertig!" "Doch", beeilt sich der Rabbiner zu sagen. "Sie ist schon seit zwei Jahren fertig. Sie hat jetzt nur den Hut vor Ihnen abgenommen."
Erster Schultag für den kleinen Isaak. Die Lehrerin versucht, die Kenntnisse der kleinen Schüler zu prüfen. "Wieviel ist zwei mal zwei?" fragt sie die Klasse. Sofort hebt Isaak den Zeigefinger. "Ja, Isaak?" "Zwei mal zwei ist drei oder fünf." "Aber Isaak!" empört sich die Lehrerin. "Wie kommst du denn darauf?" "Das hat mein Vater gesagt", sagt Isaak stolz. "Es kommt darauf an, ob man kauft oder verkauft!"
Moische Silberstein geht in New York spazieren. Er kommt an einer Eisdiele vorbei. "Prima Speiseeis, das beste in Amerika!" preist ein Schild. "Erdbeer, Him-beer, Nuß, alles was Sie wünschen." Und darunter steht in genauso großer Schrift: "Juden Zutritt verboten. Der Besitzer: Ephraim Goldstein." Wütend geht Moische in die Eisdiele. "Hören Sie", sagt er. "Sind Sie der Besitzer?" "Ja." "Heißen Sie Ephraim Goldstein?" "Ja." "So!" triumphiert Moische. "Nun können Sie mir sagen, warum Sie sind Antisemit und schreiben 'Juden Zutritt verboten'?" "Herr", sagt der Besitzer demütig. "Haben Sie schon probiert mein Eis?"
Moisches Sohn studiert an der Universität im fünften Semester Medizin. Und er wirft mit Fachausdrücken nur so um sich. Auch über Sexualität. "Hör mal, Moische", sagt der Vater. "Habe ich dich nicht aufgezogen, habe ich dich nicht studieren lassen, daß du deine Mutter verdirbst mit solche Worte wie: Abtreibung, Onanie und Nymphomanin!" "Aber Papaleben", sagt Moische. "Was soll ich den sagen zum Beispiel für Abtreibung?" "Das ist eine entfernte Verwandschaft." "Und Onanie?" "Das ist - das ist Liebe an und für sich." "Aha", sagt der Sohn. "Aber wie willst du übersetzen Nymphomanie?" "Ganz einfach", sagt Moische. "Zwangsläufig."
Es hat lange gedauert, bis sich Silberzweig entschlossen hat, zu seinen Verwandten zu fahren. Und jetzt, ganz atemlos, kommt er auf dem Bahnhof angerannt -und der Zug ist weg. "Na", fragt ihn Kohn, der auf dem Bahnhof wartet, mitfühlend. "Ist dir der Zug vor der Nase weggefahren?" "Nebbich", keucht Silberzweig. "Werd ich ihn verscheucht haben?"
Grün erscheint beim Rabbi. Mit einer großen Kiste unter dem Arm. "Rabbeleben", sagt er, "brauch' ich dich." "Wozu?" "Hab ich hier in der Kiste meinen Kater. Ist er heute gestorben. Möchte ich ihm ein Begräbnis geben nach unserem Glauben." "Bist du verrückt?" tobt der Rabbi. "Du weißt genau, daß vorbehalten ist ein richtiges Begräbnis für unsere Gläubigen und nicht für die Tiere." "Oh", weint Grün. "Hab ich doch so an dem Tier gehangen. Hab ich gewußt, daß es bald sterben wird und hab ich gespart 5000 Mark für sein Begräbnis -und nun muß ich gehen zu dem katholischen Priester, um ihn unter die Erde bringen zu lassen." "Bist du verrückt, Grün", wehrt sich der Rabbi. "Hättest doch gleich sagen können, daß der Kater beschnitten ist."
"Der neue Papst ist ein netter Mann", schwärmt Blau. "Warum?" "Nun, er hat jetzt einberufen eine Konferenz für die katholischen Bischöfe." "Und was machen die da?" "Sie besprechen, daß es vielleicht doch nicht die Juden waren, die Christus ans Kreuz geschlagen haben, um zu versöhnen uns." "Oh", sagt Moische, "wer soll's denn gewesen sein?" "Ich weiß nicht ganz genau", sagt Blau, "aber ich glaube, sie haben die Chinesen im Verdacht."
"Ich kann nicht mehr", klagt Moische dem Kohn. "Warum nicht?" "Nichtsnutzige Kinder hat man gesetzt in die Welt. Besonders mein ältester Sohn." "Gehorcht er denn nicht?" "Noch viel schlimmer, noch viel schlimmer", sagt Moische. "Er kommt in mein Geschäft, macht die Kasse auf, nimmt die Hälfte der Tageseinnahmen heraus, greift sich ein Mannequin und verschwindet." "Ui, ui", sagt Kohn. "Das mit der Kasse ist schlimm. Aber das mit dem Mannequin - das ist doch normal." "Nee", stöhnt Moische. "Verstehst du denn - ich bin Herrenausstatter."
"So", sagt der Beamte. "Sie wollen auswandern? Sie fühlen sich wohl als Jude bei uns nicht wohl?" "Doch. Es ist nicht wegen meiner Religion", sagt Isaak, "es ist wegen der Schwulen." "Wegen der Schwulen?" fragt der Beamte irritiert. "Ich wandere wegen der Homosexualität aus", gibt Isaak Silberstein zurück. "Aber das ist doch nicht die Möglichkeit!" ruft der Beamte. Und kann sich nicht fassen. "Doch", beharrt Silberstein. "Hören Sie, Herr Inspektor. Vor 40 Jahren gab's für die Homosexuellen die Todesstrafe. Vor 20 Jahren 10 Jahre Zuchthaus. Vor 10 Jahren fünf Jahre Gefängnis. Vor zwei Jahren ein Jahr Gefängnis auf Bewährung und seit einem Jahr ist es straffrei. Und da möcht' ich weg sein, bevor es zur Pflicht wird."
Blau wandert nach Amerika aus, und er läßt sich bei einer New Yorker Busgesellschaft als kassierender Busschaffner anstellen. "Also", sagt der Direktor. "Sie fahren also die Linie 81 nach Bronx." "Jawohl, Herr Direktor." Nach zwei Stunden kommen die ersten empörten Anrufe: Wo bleibt der Bus der Linie 81? Niemand weiß es. Die Anrufe häufen sich. Lange Schlangen stehen an den Bushaltestellen, kein Bus kommt. Zehn Stunden sind vergangen. Schließlich kommt Blau zurück. "Sind Sie verrückt geworden, Mensch?" tobt der Direktor. "Das Telefon steht nicht still, weil sich die Leute beschweren, wo der Bus 81 bleibt. Wo sind Sie denn gewesen?" "Hören Sie, Herr Direktor", sagt Blau. "Das Geschäft müssen Sie schon mir überlassen: War es auf der Linie nach Bronx schlecht. Da bin ich lieber gefahren zwölf mal den Broadway."
Moische ist zur israelischen Armee eingezogen worden. Seit fünf Tagen. Am sechsten Tag geht er zum Major: "Ich möchte gerne Wochenendurlaub haben, Major." "Was?", brüllt der Major. "Bist du geworden verrückt? Wochenendurlaub bekommt man nur, wenn man eine Heldentat begeht, wenn man etwas erbeutet, wenn man ein Held ist! Verstanden?" Am nächsten Donnerstag kommt Moische in das Lager gefahren - mit einem nagelneuen ägyptischen Panzer. "Wunderbar!" freut sich der Major. "Das ist eine Heldentat. Ein ägyptischer Panzer! Wochenendurlaub." Moische bekommt Wochenendurlaub. Kaum ist er zurück, kaum ist wieder Donnerstag - schon fährt Moische mit einem neuen ägyptischen Panzer ins Lager. "Phantastisch, das ist wirklich Heldentum", sagt der Major. "Wochenendurlaub für Moische." Und so geht das dreimal, viermal, fünfmal. Jeden Donnerstag kommt Moische mit einem nagelneuen ägyptischen Panzer ins Lager gefahren. Der Major wird stutzig. "Moische, hör zu", sagt er. "Ich glaub' dir, du bist ein Held - aber wie machst du das, daß du jedesmal, am Donnerstag, einen ägypti schen Panzer kriegst?" "Ganz einfach", sagt Moische. "Ich nehme Mittwoch nachts einen von unseren neuen Panzern und dann fahre ich so lange, so lange bis ich die ägyptische Linie erreiche. Und wenn ein ägyptischer Panzer auf mich zukommt - dann öffne ich den Turm und frage: Kamerad, willst du auch Wochenendurlaub? Und dann tauschen wir."
Madame Silberstein kannte den kleinen Moische vom Tage seiner Geburt an. Kein Wunder, denn er war der Sohn ihrer besten Freundin. Sie ist nun vor acht Jähren gestorben, und Kohn ist einer der berühmtesten Chirurgen Israels. Madame Silberstein muß zu einer größeren Operation ins Krankenhaus. Chirurg Kohn kommt und fragt, wie es ihr geht. "Kohn, mein Leben", sagt sie zu ihm. "Ich fühle mich gut. Aber wenn du mich operierst - mach' deine Sache gut, sonst werde ich sofort alles berichten deiner Mutter."
Silberstein ist beim Arzt, der hat ihn gründlich untersucht. "Nun", fragt der Arzt. "Werden Sie können bezahlen die Operation, wenn ich sie für nötig halte?" "Doktorleben", sagt Silberstein. "Wenn ich sie nicht bezahlen kann, die Operation, werden Sie sie für nötig halten?"
Ein kleiner Jude steigt aus dem Flugzeug von Tel Aviv aus - auf dem Kennedy Airport in New York. Schnurstracks eilt er zum Taxistand.' "Möchten Sie mich bitte fahren zum besten Golfkurs in der Gegend?" fragt er. "Wo kommen Sie denn her?" fragt der Taxifahrer. "Na, werden Sie fragen - aus Tel Aviv." "Ich fürchte", sagt der Taxifahrer, "ich fürchte, daß Juden auf unserem Golfplatz nicht zugelassen sind." "Ach, Quatsch! Sie werden mich fahren!" Die beiden fahren los. Nach 50 Meilen erreichen sie den Golfplatz. "Was werd' ich bezahlen müssen?" "Hören Sie", sagt der Taxifahrer. "Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß Sie bestimmt Schwierigkeiten haben. Die werden Sie rauswerfen, weil Sie Jude sind." "Reden Sie nicht dumm", sagt der Mann. "Wieviel?" Der Taxifahrer kassiert. "Soll ich auf Sie warten?" fragt er. "Sie brauchen nicht auf mich zu warten!" sagt der Jude. Er geht mit seinen Golf Schlägern in den Golf-club. Der Taxifahrer wartet dennoch. Es vergeht eine halbe Stunde, ein Stunde. Nach einer Stunde zehn Minuten ertönt plötzlich ein Geschrei hinter der Mauer. Der kleine Jude wird über die Mauer geworfen. "Sehen Sie", sagt der Taxifahrer. "Ich habe Ihnen doch gesagt, Juden sind auf unseren Golfplätzen nicht zugelassen." "Reden Sie keinen Quatsch", sagt der Mann und macht's sich im Wagen bequem. "Es ist Unsinn, was Sie reden. Hab' ich getroffen zwei nette Gentlemen. Haben wir ausgemacht, daß wir spielen pro Loch um 50 Dollar. Hab' ich gewonnen das erste Loch. Waren 100 Dollar. Hab' ich gewonnen das zweite Loch. Waren 200 Dollar. N a, durfte ich abschlagen als erster am dritten Loch. Sehe ich da einen Hügel. Ich nehme meinen Golfschläger, schlage über den Hügel, weil ich bin ein guter Schläger. Die beiden Gentlemen nach mir schlagen an den Fuß von Hügel. Nun gehen wir zu unseren Bällen. Die beiden Gentlemen liegen richtig. Und was ist hinter dem Hügel? Es ist ein tiefer See. Ich habe gehauen meinen Ball genau in den tiefen See, liegt er drei Meter tief im Wasser. Na, was habe ich gemacht? Hab' ich genommen mein Sandeisen, bin ich gegangen zu dem See. Und wie üblich hat sich geteilt das Wasser - und dann haben sie mich rausgeschmissen."
Uri kommt zu Isaak, der ein Kleidergeschäft hat. "Hallo, alter Freund!" ruft Uri. "Hallo, wie geht das Geschäft?" "Pst, pst", mahnt ihn Isaak. "Sei leise, das Geschäft schläft." Behutsam und auf den Zehenspitzen schleicht Uri wieder hinaus. Nach zwei Monaten kommt er wieder. Eingedenk der letzten Ermahnung spricht er ganz leise: "Na, wie geht's denn jetzt?" "Du kannst ruhig schreien", entgegnet ihm Isaak. "Was ist mit dem Geschäft, schläft es immer noch?" "Nein", sagt Isaak. "Es ist tot."
Der kleine Isaak ist den ersten Tag in der Schule. Und der Lehrer will ihm beibringen, wie die Natur alles eingerichtet hat. "Nun", sagt der Lehrer. "Isaak, wer sieht besser als der Mensch?" "Der Adler." "Sehr schön, Isaak. Und wer hört besser als der Mensch?" "Hm - die Katze." "Jawohl Isaak, sehr gut", sagt der Lehrer. "Und wer riecht besser?" Einen kleinen Moment überlegt Isaak, dann strahlt er und sagt: "Die Rose, Herr Lehrer, die Rose."
Eisenstein ist seit 30 Jahren nicht mehr nach Tel Aviv gekommen. Jetzt ist er rübergeflogen, wohnt im besten Hotel von Tel Aviv. Und ein Stubenmädchen ist da! Die hat aber auch alles, alles, was Eisenstein sich jemals gewünscht hat. Eine Woche lang verfolgt er das Stubenmädchen, macht ihr Anträge - und schließlich erhört ihn die Kleine. Sie liegt bei ihm im Bett. "Sarah", fragt Eisenstein. "Warum hast du mir solche Schwierigkeiten gemacht? Warum hast du dich so lange gesträubt und bist immer weggelaufen, wenn ich kam?" "Oh, Isaak", sagt Sarah. "Ich habe gedacht, du wolltest ein Extra-Handtuch."
Moische und Kohn treffen sich auf der Straße. Sie unterhalten sich - sie haben sich lange Zeit nicht mehr gesehen - über alles mögliche. "Sag' mal", fragt Moische den Kohn. "Wie geht es denn eigentlich deiner ältesten Tochter, der Ruth?" Sofort verfinstert sich das Gesicht des Gefragten, er senkt den Kopf und sagt: "Du wirst es nicht glauben -ist sie in einem Freudenhaus." Der Schreck über seine Frage durchzuckt Moisches Gesicht - dann klärt es sich auf, und er sagt: "Nuna, war ja immer so ein lustiges Kind, das Ruthele!"
Ein Akademiker aus Tel Aviv ist zur Armee eingezogen worden. Schon in der ersten Nacht geht er angeekelt zum Quartiermeister. "Haben Sie etwas gegen Läuse?" fragt er. "Ich?" antwortet der, "Ich habe persönlich nichts gegen Sie."
"Räuber, Räuber!", brüllt Goldstein den Bankier an. "Nehmen Sie von mir neun Prozent Zinsen! Was wird Jehova sagen, wenn er das sieht von oben?" "Nuna", sagt der Bankier. "Weiß nicht - könnte aber von oben aussehen wie eine sechs."
Isaak Silberstein liegt im Sterben. "Schreib, schreib", flüstert er seinem Sohn zu. "Rosenzweig schuldet uns 9ooo Mark." Der Sohn schreibt. "Palmenzweig schuldet uns 15 ooo Mark." Der Sohn schreibt. "Tannenbaum schuldet uns 17 ooo Mark." Der Vater macht einen tiefen Seufzer, es wird der letzte sein. "Vaterleben!", ruft der Sohn. "Und was sind unsere Gläubiger?" "Die werden sich melden", sagt der Vater und schließt die Augen für immer.
"Isaak, bist du reich geworden", sagt neidisch Grün, als er Isaak mit einem Rolls Royce vorfahren sieht. "Hab bekommen Geld von der Versicherung." "Ist dir abgebrannt deine Fabrik?" "Hatte ich gar keine Fabrik." "Wie kommst du zu dem Geld von der Versicherung?" "Bin ich mit dem Zug gefahren, und der Zug ist entgleist." "Und?" sagt Grün. "Hast bekommen eine Entschädigung für deine Verletzung?" "Nee", sagt Isaak. "Aber in dem Moment, als ich gemerkt habe, der Zug geht runter von die Schienen, da habe ich meiner Frau das Gesicht eingedroschen."