Der ungeheuer reiche Bankier Silberstein war gestorben. Ein riesiger Begräbniszug geleitet den Millionär zur letzten Ruhe. Isaak geht direkt hinter dem Sarg. Und er weint und er schluchzt zum Gotterbarmen, die Tränen rinnen ihm über die Wangen, fallen auf seinen Hemdkragen. Einer der Trauernden kann diesen Schmerz nicht fassen und wendet sich teilnahmsvoll an ihn: "Sie weinen so heftig, Sie gehören wohl zur Familie?" "Nein", schluchzt Isaak. "Ich gehöre nicht zur Familie, deshalb weine ich."
Der jüdische Bankier liegt im Sterben. 39,5 Fieber hat er. Jetzt 40. Nun 40,5. Der Arzt steht da, schaut nach dem Fieberthermometer und schüttelt den Kopf: "40,9", sagt er, "das ist hoffnungslos." Da richtet sich der Todkranke auf und flüstert: "Bei 41 wird verkauft."
Herschel hat in Israel keine Arbeit bekommen und ist nach Amerika ausgewandert. Nach drei Monaten schreibt er stolz an seine Familie in Tel Aviv: "Ich bin hier dabei, für 30. Dollar am Tag eine katholische Kirche abzureißen. Ein wundervoller Jpb, der auch noch bezahlt wird! Bitte sagt es keinem weiter, ich würde es nämlich auch umsonst tun."
"Isaak", fragt der Rabbi. "Kennst du das Geheimnis vom langen Leben?" "Nee, Rabbi," "Man sollte jeden Tag ein paar rohe Knoblauchzehen essen." "Nuna, Rabbi - wie soll das bleiben ein Geheimnis?"
"Hallo, Uri", begrüßt Daniel seinen Freund. "Was ich dich fragen wollte, warst du eigentlich schon mal in Tokio?" "Ich? In Tokio? Nein. Niemals im Leben." "Da müßtest du doch den Bankier Rosenheimer gut kennen." "Warum soll ich den gut kennen?" "Nun, nebbich - weil er auch noch nie war in Tokio."
Der Besitzer des großen Modegeschäftes in Tel Aviv ist außer sich. "Man kann diesen Juden nicht beibringen, was man anzieht", tobt er. "Alles alte Sachen, nicht ein bißchen Mode. Warum nur, warum?" ringt er die Hände. "Warum zum Beispiel tragen alle jüdischen Männer spitze Schuhe?" "Ganz einfach", sagt die Verkäuferin. "Damit sie besser die Küchenschaben in den Ecken tottreten können."
Ein Polizist auf einem Motorrad verfolgt einen Lastwagenfahrer in Tel Aviv. Der hält bei einer Ampel, springt aus dem Wagen, nimmt eine Eisenstange, haut gegen den Aufbau des Wagens. Dann springt er in seinen Lastwagen zurück, fährt wieder an. Vor der nächsten Ampel dasselbe. Springt raus, nimmt eine Eisenstange, haut gegen den Aufbau des Wagens, springt zurück. Bei der dritten Ampel dasselbe. Bei der vierten Ampel dasselbe, bei der fünften Ampel dasselbe. Kopfschüttelnd folgt der Polizist. Bei der sechsten Ampel, als der Fahrer gerade die Eisenstange schwingt, kann es der Polizist nicht mehr aushalten. Er rast mit seinem Motorrad heran, stoppt und sagt: "Ihr Verhalten ist seltsam. Können Sie mir das erklären?" "Aber jawohl, Bruder", sagt der Lastwagenfahrer sehr ruhig, zwischen den Schlägen gegen den Aufbau. "Ich habe einen Fünftonner, klar?" "Ja, das sehe ich." "Und ich habe sechs Tonnen Hühner geladen." "Aha! Also überladen." "Nein", sagt der Lastwagenfahrer. "Verstehst du, Bruder: Eine Tonne muß immer fliegen."
Isaak will heiraten. Und er geht zum Schadehen, dem jüdischen Heiratsvermittler. "Möcht ich haben ein junges, liebevolles Weib. Unschuldig, keine Familie", bittet er. Und schon nach zwei Tagen bekommt er eine Braut vorgeschlagen. "Der Vater ist tot", berichtet der Schadehen. Isaak heiratet das Mädchen. Nach zehn Tagen stürmt er wutentbrannt in das Zimmer des Schadchens. Er haut mit beiden Fäusten auf den Tisch und schreit: "Hab' ich nicht gesagt, ich möcht ein Mädchen haben ohne Familie?" "Ja?" "Und was hast du gesagt? Du hast gesagt, der Vater ist nicht mehr am Leben. Und was erfahr' ich jetzt? Ihr Vater ist im Zuchthaus für lebenslänglich!" "Nuna", sinnt der Schadehen und faltet die Hände. "Nu frag' ich dich, Isaak - ist das ein Leben?"
Ein Israeli ist in Übersee zum Geschäftemachen. Und 21 Tage will er bleiben. Es ergibt sich, daß er früher zurückkommen kann. "Komme drei Tage früher!" telegrafiert er nach Hause. Er kommt. Er öffnet die Tür. Im Korridor ist niemand. Im Wohnzimmer auch nicht. Im Schlafzimmer - im Schlafzimmer sieht er seine Frau mit einem wildfremden Kerl liegen. Sofort geht er zum Rabbi. "Scheiden werd' ich mich lassen", erklärt er. "Meine Frau hat mich betrogen." "Nuna", sagt der Rabbi. "Laß mich erst mal prüfen die ganze Sache." Der Rabbi geht zur Frau. Nach drei Stunden kommt er zurück, triumphierend. "Hast du dich getäuscht!" ruft er schon vor der Tür dem Ehemann zu. "Wieso hab ich mich getäuscht?" "Nuna - hat deine Frau das Telegramm nicht gekriegt."
"Wo bist du so lange gewesen", keift Sarah den Herschel an. "Habe ich mir eine Hundehütte gekauft." "Was?" schreit Sarah. "Eine Hundehütte! Wo wir doch gar keinen Hund haben." "Nebbich", antwortet Herschel. "Hast du dir doch auch gekauft fünf Büstenhalter."
Französischer Regierungsbesuch in Israel. Der Präsident aus Frankreich möchte das Grabmal des Unbekannten Soldaten ehren. Es gibt in ganz Israel kein Grabmal des Unbekannten Soldaten. Schließlich, nach langen Beratungen, und um dem Wunsch des Gastes gerecht zu werden, entschließt man sich, das pompöse Grabmal des Barons Rothschild zum Grabmal des Unbekannten Soldaten zu machen. Ein Pappschild wird über den Stein gehangen: "Dem Unbekannten Soldaten." General De Gaulle erscheint. Die Militärkapelle spielt, General De Gaulle salutiert, nimmt den Kranz, legt ihn am Grab nieder - und in dem Moment kommt ein tückischer Windstoß, hebt das Pappschild hoch und alle lesen: Baron Rothschild, Bankier. "Unerhört, unerhört, welche Enttäuschung!" schreit General De Gaulle. Er macht auf dem Absatz kehrt und steuert auf sein Staatsauto zu. In dem Moment legt ihm Golda Meir besänftigend die Hand auf den Arm. "Herr Präsident", sagt sie. "Sie werden doch zugeben - als Soldat war er verhältnissmäßig unbekannt."
Die Sängerin ist eine Sabre, sie ist in Israel geboren. Sie sieht gut aus, aber singen tut sie zum Gotterbarmen. Nun gibt sie ein Konzert in New York mit jüdischen Liedern. Ein Herr in der ersten Reihe hört sie an, Tränen laufen ihm übers Gesicht, über die Wangen; sie tropfen auf seinen Smoking. Die Sängerin ist gerührt. Nach der Vorstellung beugt sie sich zu ihm hinunter und fragt: "Müssen Sie sein ein Jude." "Nein", sagt der Mann. "Musiker."
Einwanderungskontrolle in New York. Der kleine Mann im viel zu großen Anzug ist sehr demütig vor dem Einwanderungsbeamten. "Name?" "Grünspan." "Vorname?" "Herschel." "Geburtsort?" "Tel Aviv." "Religion?" "Höre Sie, Herr Einwanderungsbeamte", sagt da der kleine Mann und streckt seine Brust raus. "Heiße ich Grünspan mit dem Zunamen. Heiße ich Herschel mit dem Vornamen. Bin ich geboren in Tel Aviv. Nun frage ich Sie - werd' ich sein ein Hussit?"
21 Jahre ist der Herschel nun alt - und will das Elternhaus sang- und klanglos verlassen. "Undankbares Geschöpf!" schreit sein Vater. "Einfach verschwinden wollen, ohne zu bezahlen." "Was soll ich denn bezahlen, Vaterleben?" "Nu!" schreit der Vater wütend. "Neun Monate Miete für deine Mutter und Macherlohn für deinen Vater."
"Haben Sie schon mal gemacht eine Fehldiagnose?" fragt Grün den Doktor Blau. "Habe ich. Einmal", gibt Doktor Blau zu. "Wann war das?" "Vor drei Jahren." "Und?" "Kam ein Mann zu mir, klagte über Schmerzen überall. Hab' ich ihm gesagt, er sei nur zu fett, er soll sich mehr bewegen. Hab' ich ihn fortgeschickt." "Ui", sagt Grün. "Und war er sehr krank?" "Nee", sagt Doktor Blau. "Aber Millionär."
Kohn ist aufs Land gefahren. Er übernachtet in einer sehr, sehr einfachen Pension. Am andern Morgen kommt er wutentbrannt aus seinem Zimmer. "Hören Sie!" schreit er die Wirtin an. "Es sind ja Wanzen im Zimmer!" "Nuna", antwortet sie. "Wollen Sie für das Geld Nachtigallen haben?"
Grün und Isaak machen einen Ausflug in die Schweizer Berge. Den höchsten Gipfel wollen sie erklimmen. Sie sind fast oben - da reißt das Seil und hilflos hängen die beiden in der Wand. Zwölf Stunden vergehen. 16 Stunden. 24 Stunden. Schneestürme und Kälte drohen die beiden umzubringen. Vom Tal hat man das Drama beobachtet. Ein Hubschrauber der Schweizer Armee steigt auf. Unter Lebensgefahr nähert sich der Pilot der Wand, um die beiden Verunglückten zu retten. Noch anderthalb Meter sind die Flügel des Rotors von dem Felsen weg. "Nei,nei, neu" schreit Grün und winkt ab, als er Schweizer Hoheitszeichen, das Kreuz am Rumpf des Hubschraubers erblickt. "Kommen Sie nicht sammeln! Haben wir schon gegeben im Tal."
Der kleine Jude wird über die Mauer geworfen. "Sehen Sie", sagt der Taxifahrer. "Ich habe Ihnen doch gesagt, Juden sind auf unseren Golfplätzen nicht zugelassen." "Reden Sie keinen Quatsch", sagt der Mann und macht's sich im Wagen bequem. "Es ist Unsinn, was Sie reden. Hab' ich getroffen zwei nette Gentlemen. Haben wir ausgemacht, daß wir spielen pro Loch um 50 Dollar. Hab' ich gewonnen das erste Loch. Waren 100 Dollar. Hab' ich gewonnen das zweite Loch. Waren 200 Dollar. Na, durfte ich abschlagen als erster am dritten Loch. Sehe ich da einen Hügel. Ich nehme meinen Golfschläger, schlage über den Hügel, weil ich bin ein guter Schläger. Die beiden Gentlemen nach mir schlagen an den Fuß von Hügel. Nun gehen wir zu unseren Bällen. Die beiden Gentlemen liegen richtig. Und was ist hinter dem Hügel? Es ist ein tiefer See. Ich habe gehauen meinen Ball genau in den tiefen See, liegt er drei Meter tief im Wasser. Na, was habe ich gemacht? Hab' ich genommen mein Sandeisen, bin ich gegangen zu dem See. Und wie üblich hat sich geteilt das Wasser - und dann haben sie mich rausgeschmissen."
Sarah räumt das Bad auf. Sie sieht eine alte Rasierklinge - und wirft sie weg. In dem Moment kommt ihr Mann Uri."Was machst du, Sarah!" ruft er. "Ich werfe deine Rasierklinge weg, die alte." "Was?" schreit ihr Mann. "Die alte? Seit drei Jahren ist sie in meinem Besitz, meine einzige Rasierklinge. Und beide Male habe ich mich nicht geschnitten."
Herschel steht vor Gericht wegen Mord. Und er ist reich. Und er gibt viel, viel Geld aus, damit sein Rechtsanwalt alle die Geschworenen bestechen kann. "Sehen Sie zu", sagt er zu seinem Rechtsanwalt, "daß ich lebenslänglich bekomme anstatt der Todesstrafe." Der Anwalt verteilt Geld und Geld - die Urteilsverkündung ist gekommen. "Lebenslänglich!" verkündet der Richter. Überschwenglich bedankt sich Herschel bei seinem Rechtsanwalt. "Sie haben alles für mich getan, alles, aber auch alles, mein Guter", sagt er. "Gewiß", antwortet stolz der Rechtsanwalt. "Hab' ich gehabt eine große Mühe mit den Geschworenen -sie wollten Sie alle freisprechen."
Moische wird von einer Polizeistreife in Tel Aviv angehalten - wegen Geschwindigkeitsüberschreitung. Der Polizist besieht sich, den Block unschlüssig in der Hand, den Wagen. "Also", sagt er, nachdem er eine Weile den Wagen von allen Seiten beguckt hat. "Also, wenn Sie mir sagen, wie Sie mit diesem alten Karren 140 fahren -dann verzichte ich auf eine Anzeige." "Oh, einfach, einfach", strahlt Moische. "Das sind nur die Reifen." "Die Reifen?" wundert sich der Polizist. "Ja", sagt Moische stolz. "Die Vorderreifen sind aus Ägypten und die hinteren aus Israel."
"Was wollen Sie denn überhaupt?" schimpft ein Christ mit einem Juden. "Wissen Sie überhaupt, wie alt meine Familie ist? Einer meiner Vorfahren hat das Heilige Römische Reich Deutscher Nation mitgegründet!" "Hm", sagt der kleine Jude. "Wenn Sie wollen -einer meiner Vorfahren hat die zehn Gebote geschrieben."
Lange Zeit schon haben die Israelis die Golanhöhen besetzt. Die syrischen Bauern sind zurückgekehrt, und sie haben sich, so weit es geht, mit den israelischen Soldaten angefreundet. Ein israelischer Soldat wird sogar eines Tages von einem syrischen Bauern zu einem Hammelessen eingeladen. Der Bauer ißt ein dickes Stück Lende, mindestens zwei Pfund schwer, schlingt es mit großem Genuß hinunter. "Oh", sagt der Israeli. "Jusuf, deinen Appetit möchte ich haben." Bedächtig wischt sich Jusuf den Mund ab. "Hör' mal zu Moische", sagt er. "Was wollt ihr Juden denn eigentlich noch? Erst nehmt ihr uns das Land weg, dann die Häuser und jetzt wollt ihr auch noch unseren Appetit haben!"